Pashmin Art Gallery – Rede von Dr. Marc Cremer-Thursby; Ausstellung: NATURE-BODY-FORM (30.10.2021)

Pashmin Art Gallery – Rede von Dr. Marc Cremer-Thursby; Ausstellung: NATURE-BODY-FORM (30.10.2021)

Dr. Marc Cremer-Thursby (Kunstkritiker und Kunsthistoriker) spricht über die Ausstellung NATUR-KÖRPER-FORM (30.10. – 25.11.2021) in der Kunsthalle Pashmin, Niederlassung Hamburg.

Natur versus Kultur wird verwendet, um die Macht der Natur gegenüber der Macht des Menschen/der Kultur zu beschreiben. Normalerweise wird die Kultur als mächtiger angesehen, aber wir sollten die Wechselwirkung zwischen beiden nicht vergessen. Neben dem kulturellen Aspekt des Einflusses des Menschen auf die Natur sollten wir auch den Einfluss des menschlichen Körpers auf sein Denken nicht vergessen. Ohne den menschlichen Körper können wir das Geschlecht, die Sexualität, die ethnische Zugehörigkeit und andere Identitäten nicht ganz oder nur teilweise verstehen. Viele Künstler nutzen ihren Körper für ihre kreativen Aktivitäten. Und wenn wir den menschlichen Körper genau betrachten, kann die Bedeutung der Form nicht ignoriert werden. In der Kunst hat der Begriff „Form“ zwei Bedeutungen: Er kann sich auf die gesamte Form des Werks oder auf das Element beziehen, das das Werk ausmacht.

In dieser Ausstellung wird die Beziehung zwischen Natur, Körper und Form in den Werken von Heike Pohl und Vasco de Oliveira untersucht.

Die in der Schweizer Hauptstadt Bern geborene Heike Pohl ist eine international freischaffend tätige Künstlerin. Sie experimentiert mit figurativen und abstrakten Elementen, in der Malerei und in der Glaskunst. Ihre figurativen Arbeiten beschäftigen sich vor allem mit philosophischen Gedanken und der Suche nach der Essenz menschlicher Erfahrungen im Alltag. In ihrer abstrakten Kunst ist es ihr Unterbewusstsein, das sich auf der Leinwand zeigt. Sie beschreibt den Akt des Schaffens als einen heilsamen Prozess, eine innere Reflexion. Die Künstlerin hat nicht nur ein variables Stilspektrum, sondern auch ein großes Interesse an verschiedenen Materialien, wodurch sie zur Glasbildhauerei kam.

Vasco de Oliveira ist ein portugiesischer Künstler, der in Hamburg, Deutschland, lebt. Bereits im Alter von 14 Jahren durfte der Künstler seine Werke im Rahmen einer Gruppenausstellung im Altonaer Museum ausstellen. Aus der anfänglichen Hobby-Malleidenschaft wurden schnell professionelle Auftragsarbeiten für bekannte Marken wie The Body Shop oder Casio. Im Rathaus von Porto (V.N. Portugal) ist ein 3 Meter hohes Wandgemälde von de Oliveira zu bewundern.

In den von Vasco de Oliveira geschaffenen Gemälden sehen wir naturalistische alte Zeichnungen bis hin zu modernen abstrakten Werken, formalistische und ungegenständliche Abstraktion. Figuren erheben sich aus abstrakten Formen und verzaubern den Betrachter. Seine Kompositionen erinnern uns an das, was Kandinsky in „Über das Geistige in der Kunst“ über die vielen Linien schrieb, die auf der Grundfläche zusammenwirken und eine Komposition ergeben: „Eine Komposition ist nichts anderes als eine exakte, gesetzmäßige Organisation der Lebenskräfte, die in Form von Spannungen in den Elementen eingeschlossen sind. …. Die Farben auf der Palette des Malers rufen eine doppelte Wirkung hervor: eine rein physische Wirkung auf das Auge, das von der Schönheit der Farben bezaubert ist, ähnlich dem freudigen Eindruck, wenn wir eine Delikatesse essen. Diese Wirkung kann aber auch viel tiefer gehen und eine Vibration der Seele oder eine „innere Resonanz“ hervorrufen – eine spirituelle Wirkung, bei der die Farbe die Seele selbst berührt“.

Das ist es, was uns in seiner Kunst begegnet.

Die Galerie Pashmin Art lädt die Kunstliebhaber zu dieser Ausstellung ein.

https://pashminart-gallery.com/